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16.12.2010
Fast täglich plane ich, hier wenigstens einen kleinen Bericht zu schreiben, bin aber jedes Mal zu sehr erschöpft. Es ist genau so, wie im Wetterbericht verkündet: Viel Schnee und noch mehr Wind. Immer wieder sind wir für ein - oder zwei Tage eingeschneit und warten ab, wann wohl der Räumdienst mal wieder vorbei kommt. Vor Tagen ist mein Schneeschieber unter der Last zerbrochen, die Verkäufer aller umliegenden Läden und Baumärkte versicherten mir, dass sie schon längst welche bestellt hätten. Gratulation! Nun warten wir ab, ob das ZK der SED zum X. Parteitag beschließt, dass der Arbeiterklasse mehr Hand-Räumgeräte für gefrorenen Niederschlag (kurz: "HARÄNI") zum EVP von 2,80 M zur Verfügung gestellt werden sollen oder nicht. Ich habe mir übrigens einen aus Krakau bestellt, sehr haltbar, vertretbar verarbeitet, auch nicht teurer als hiesige Produkte.
Der Sturm heult ums Haus, unsere Kohlen gehen zur Neige. Der Fahrer des Lkw mit neuem Brennstoffvorrat hat sich gestern nicht getraut, nach oben zu fahren. Und das, obwohl wir extra für ihn den Schneeschieber bestellt hatten. Wenn das auch am Montag nicht klappt, werden wir die Kohlen selbst mit dem Auto hoch fahren. Ein bißchen allein gelassen fühle ich mich. Wir haben dieses Jahr keinen Spendenaufruf verschickt. Ob die Freunde des Hauses trotzdem an uns denken?

 

2.12.2010

Heute ist es mit -12 Grad etwas wärmer, als gestern. Der Wind hat sich gelegt. Da seit gestern Nachmittag die Straße unpassierbar war, mussten wir alle Termine absagen. Aus Sorge habe ich dann angefangen, uns freizuschaufeln. Ich bin aber noch nicht ganz gesund und darum nicht besonders weit gekommen. Gegen Mittag konnten wir unten in der Kurve das Dach vom Schneeschieber sehen, wir liefen ihm so weit entgegen, wie wir konnten, und winkten, und er grüßte mit seinem Warnlicht zurück. Aber er kam gegen die Schneemassen nicht an. Am späten Nachmittag bat ich die Agrar-GmbH aus dem Nachbardorf zu Hilfe und am Abend kam tatsächlich der Traktor hoch. Ich bin sehr erleichtert, dass wir wieder Anschluss an den Rest der Welt haben. Schade nur, dass ich heute außer dem vielen Schieben und Schüppen kaum voran gekommen bin. Es schneit. Mal sehen, wie es morgen aussieht.

 

1.12.2010

Es tut mir leid, dass ich so lange nichts geschrieben habe - ich war richtig krank. Darum auch so eilig. Hier ca. 15 cm Schnee, aber durch den Sturm extrem verweht, auf der Landstraße unten waren die Wehen kniehoch, hier oben auf dem Berg sind sie schon hüfthoch. Ich werde so schnell wie möglich das neue Jahresprogramm hier reinstellen, aber bitte, habt Verständnis: Es ist die Arbeit mehrerer Wochen aufzuholen.

 

2.10.2010

Gestern konnten wir ein kleines Jubiläum feiern! Genau vor einem Jahr haben wir den Gästebetrieb aufgenommen. Ich habe mich mit dem Malkurs darüber unterhalten, der ja letztes Jahr auch die erste Belegung gewesen war. Mir erschien es im Nachhinein unglaublich, welche Nerven ich da noch gehabt haben musste: Die Freigabe durch das Gesundheitsamt war erst wenige Stunden vor der Anreise gekommen, das allermeiste war noch vollkommen unklar, wir hatten bis in den November hinein noch nicht mal Zugriff auf unsere Bankkonten. Trotzdem hatte ich der Anreise zugestimmt. Und ich wurde gestern daran erinnert, dass wir noch nicht einmal unsere Köchin hatten, das hieß, ich musste zwei Malzeiten selbst vorbereiten und das Mittagessen liefern lassen. Heute klingt das alles reichlich riskant. Aber nachher ist man immer klüger (und auch vorsichtiger).

 

28.9.2010

Wir haben eine Weihnachtsveranstaltung für Erwachsene! Frau Hausen, Pfarrerin in Wiesbaden, kennt das Haus und wird die Gäste dieses Jahr durch die Festeszeit begleiten. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich wünsche mir viele Anmeldungen! Vor zwei Jahren mussten wir ja tatsächlich ein Weihnachten ohne Gäste erleben: Es lag schöner, tiefer Schnee, die Luft war kalt und klar, aber relativ still und darum recht angenehm. Draußen funkelten die Sterne am schwarzen Himmel und es war so still, das man das gelegentliche Aufflattern der Vögel im Wald hörte. Ein Heiligabend, wie im Erzgebirge. Und an diesem großartigen Tag war das Gästehaus leer, alle seine Heizungen auf den Frostschutz herunter gedreht, die Lichter gelöscht, die Haustüren verschlossen. Keine Kerze leuchtete, kein Lied erklang und keine Andacht half, die guten Gedanken zu sammeln. Ich wälzte verstimmt die Frage: "Wozu das ganze, wenn es doch keiner erlebt?" und fand keine Antwort. Das möchte ich nicht noch einmal erleben!
Die neuen Türen für das große und das kleine Pumpenhaus sind endlich eingebaut. Der Dauerregen hat nicht aufgehört. Ich glaube, in den letzten zwei Monaten hatten wir insgesamt drei trockene Tage. Aber ich kann mich ja auch irren. Die Winterreifen sind aufgeschraubt und wenn ich mal Zeit habe, werde ich die Gartenbänke unter das Dach stellen. Eigentlich hatte ich noch auf ein paar warme Tage gehofft, an denen unsere Gäste darauf sitzen und ins Tal auf die frisch gepflügten Felder schauen könnten.
Ich wollte außerdem die ganze Zeit noch was sagen, aber ich werde es mir doch verkneifen. Wer mich kennt, weiß, was ich geschrieben hätte.

 

23.8.2010

Wie sich wohl der Leichtmatrose gefühlt hat, als er die Schalbretter über den Ladeluken anschlug? Gerade hatten sie erst angelegt und gelöscht. Und nun würde das Schiff schon wieder monatelang unterwegs sein, durch Hitze und Kälte, durch Windstille und Stürme ziehen. Die Reise war zu lang für Klappen, Scharniere oder Planen. Hier konnte ruhig genagelt werden.
Am Sonnabend war nach Wochen endlich ein warmer, trockener Tag. Um die Baumwollplanen der großen Gruppenzelte nicht noch weiter der Dauerfeuchtigkeit oder der bleichenden Sonne auszusetzen, habe ich die Zelte abgebaut. Es musste schnell gehen, bald würde es weiter regnen und es sollte unbedingt alles trocken unter Dach und Fach. Schon nach dem ersten Zelt hatte ich insgesamt fünf Blasen an beiden Daumen und Zeigefingern vom Knüpfen der vielen Knoten. Aber ich schaffte auch noch das zweite Zelt und anschließend noch die zwanzig Feldbetten.
Am Sonntag habe ich dann weiter gemacht: Die Heringe ziehen, abspülen und aufhängen, die Abspannseile aufknüpfen, die Clam-Cleats verstauen. Zunächst habe ich alles ins Haus gebracht, um Zeit zu sparen. Dann schleppte ich Stück für Stück an seinen Platz: Verrückt, wie wenig Raum das ganze Material letztlich einnimmt! Und die Eile hat sich gelohnt: Noch während ich drin die Teile trug, klatschten draußen die ersten Regentropfen herab. Und noch ein Spaziergang am späten Abend: Leer sieht es jetzt da oben aus. Wirklich seltsam.
Und was das mit dem Matrosen zu tun hat? Ich habe große Abdeckplanen über die Holzpodeste der Zelte gelegt, die einzelnen Stücke miteinander verklebt, und sie dann angenagelt. Es muss ja halten, die Zeit mit Sturm und Regen und auch die Kälte mit Schnee und Eis. Das war die erste Herbst-Arbeit. Die Vorbereitung auf die lange Reise in die dunkle Jahreszeit.

 

20.8.2010

Ich schreibe gerade an den Texten für Das Haus und, weil ich die Recherche ohnehin gerade machen musste, gleich noch die ersten Sätze zur Geschichte des Hauses. Wie immer bin ich dankbar für Rückmeldungen.

 

18.8.2010

Ist der Sommer vorbei? Seit Tagen, fast möchte man schon sagen: Seit Wochen! regnet es nahezu ununterbrochen. An den Stellen, wo das Wasser weder versickern noch ablaufen kann, steht es nun schon fast 10 cm hoch. Unten auf dem Feldweg schwimmen grüne Algen in den Pfützen. Mir ist solches Wetter ausgesprochen angenehm: Keine Mücken, keine Wespen, man schwitzt nicht so sehr und kann am Schreibtisch gemütlich arbeiten. Mir ist aber auch bewusst, dass die meisten Gäste lieber ein paar Wespen mehr - und dafür auch etwas Sonne hätten. Zum Glück können wir uns das Wetter nicht aussuchen - es gäbe sicher eine Menge Streit.
Ein großes Projekt konnten wir inzwischen in aller Stille abschließen: Den Druck des Info-Heftes für Schulen. Es ist speziell auf Lehrer zugeschnitten, die planen, mit Ihrer Klasse zum Haus auf dem Berge zu kommen und beinhaltet alle wichtigen Informationen. Natürlich ist es für alle anderen Gruppen ebenso interessant. Wir haben uns damit sehr viel Mühe gegeben und ich bin ausgesprochen erleichtert, dass es endlich fertig ist. Es sind genügend Expemplare hier. Wer es haben will, um darin zu blättern, oder gar um uns irgendwo zu empfehlen, der möge eine E-Mail ans Haus schreiben. Und: Nein, wir werden das Heft nicht in jeder Schule, jedem Kindergarten und jeder Arztpraxis stapelweise auslegen. Erstens liegen schon genug bunte Papierwaren an jeder Ecke. Da müssen wir nicht mitmachen. Und zweitens musste ich feststellen, das gar manches Exemplar der von uns verschickten Info-Materialien gar nicht erst ausgelegt wurde. Wir sind den Menschen, die uns empfehlen, sehr dankbar und wir sind uns bewusst, wie stark wir auf sie angewiesen sind. Aber in allen anderen Fällen können wir uns das Porto auch getrost sparen.

 

30.6.2010

Wir haben es geschafft! Die bisher größte Veranstaltung hier auf dem Berge wurde am Sonntag mit sensationellem Erfolg beendet. Wir hatten auf dem Pumpenplatz ein 12 x 10 m großes Festzelt mit Holzfußboden aufgestellt, das sich mit den von uns dekorierten Biertischgarnituren hervorragend zum Feiern eignete, es wurde bis tief in die Nacht gesprochen, gelacht und getanzt. Auch die beiden hauseigenen Gruppenzelte mit den jeweils 10 Feldbetten konnten noch in der Nacht davor die neue Abspannung erhalten, haben sich als Zusatzunterkunft bestens bewährt und wurden von den Gästen sehr gelobt. Die fast 100 Teilnehmer wurden vom Catering auf das Allerfeinste versorgt, zusätzlich hatten wir Getränke auf Komission bestellt. Ich war und bin ausgesprochen dankbar, das alles so gut geklappt hat und wir weder Schäden noch Verletzungen zu beklagen hatten, wie sie bei solchen Großveranstaltungen eigentlich zu erwarten gewesen wären. So hat sich das ganze Gelände bei strahlendem Sonnenschein von seiner allerschönsten Seite gezeigt und ich habe mehrfach von Gästen gehört, wie glücklich sie sind und wie traumhaft und sogar "paradiesisch" es hier sei. So richtig konnte keiner der Anwesenden verstehen, warum wir immer noch freie Plätze bei Veranstaltungen haben und warum wir nicht das ganze Jahr über vollkommen ausgebucht sind. Das hat mir sehr wohl getan und gibt mir Kraft, bei der großen Hitze die viele Arbeit aufzuholen, die in den letzten vier Tagen liegen geblieben ist. Auch das Trinkwasser und das Brauchwasser hat gereicht und wir mussten nicht auf die vorbereitete Zusatzversorgung per Fahrzeug zurück greifen.
Gestern haben wir übrigens auch die Notstromeinspeisung endlich fertig gemacht. Und, da zum Thema passend, hat auch der Rechner im Dienstzimmer (an dem ich gerade tippe) eine neue USV bekommen. Beides ist letztlich nicht kriegsentscheidend, aber doch sehr beruhigend.

 

13.6.2010

Endlich habe ich die Kraft gefunden, weiter an dieser Homepage zu arbeiten. Zunächst nehme ich die beiden Texte "Kunstfahrten" und "Klassenfahrten" in der Rubrik Schulklassen in Angriff. Sollte der geneigte Leser da in den nächsten Tagen Unsinn entdecken, ist er gebeten, sich schnell bei mir zu melden. Auszüge aus dem gesamten Themengebiet werden dann nämlich außerdem in das bisher größte Printmedium übernommen, das das Haus herausgibt: Ein Info-Heft speziell für Lehrer. Ich hoffe sehr, dass wir damit zukünftig mehr Schulklassen zu unseren Gästen zählen können.
Vor wenigen Tagen war wieder einmal Stromausfall, diesmal mitten in der Nacht gegen 3.30 Uhr. Er machte mir schmerzlich bewusst, dass die Einspeisung des Notstromaggregates immer noch nicht fertig gebaut ist, und darum auch das notwendige Brauchwasser für die morgendliche Toilettenbenutzung unserer Gäste nicht gepumpt werden konnte. Ich besprach die Situation mit der verantwortlichen Lehrerin. Nachdem ich dem Elektriker im Nachbardorf Zettel mit der dringenden Bitte an die Tür geheftet hatte, uns sofort nach seinem Erwachen zu besuchen, und die ersten Wassereimer mit dem Reserve-Brauchwasser aufgefüllt waren, ging der Strom wieder an. Es war kurz nach 6 Uhr. Wenn ich nicht so schnell reagiert hätte, wäre es den Gästen vermutlich gar nicht aufgefallen, dass es für kurze Zeit tatsächlich dunkel im Haus war und sämtliche Gewerke abgeschaltet waren.
Leider konnte die Firma Globetrotter noch nicht die Sonderbestellung der übergroßen Leinenspanner und Heringe ausführen, die wir für unsere Gruppenzelte bestellt haben. Die Leinen sind schon da, fast 200 Meter. Es kann also sein, dass die erste Belegung damit leben muss, das die Abspannung noch provisorisch ist. Aber immerhin, stehen die Zelte jetzt schon mal.
Große Sorgen macht mir die geradezu lächerliche Anmeldezahl zur Spielefreizeit mit Herrn Kollert in wenigen Tagen. Gibt es niemanden mehr, der im Haus auf dem Berge Urlaub machen möchte? Warum meldet sich keiner an? Warum fragt niemand nach Ermäßigung? Nur, um mir dann zu sagen, er könne es sich nicht leisten? Es gibt kaum etwas, das mich mehr frustriert, als unseren potentiellen Gästen ein perfektes Angebot zu machen, das dann einfach nicht wahr genommen wird.

 

1.6.2010

Am Sonnabend lief die Motorsense nicht so, wie sie sollte, hielt aber den ganzen Tag durch. Am Sonntag - ich hatte mir viel vorgenommen - ging sie nicht mehr an. Ich war ausgesprochen ungehalten, absolvierte verschiedene Versuche, aber es war nichts zu machen. Am Montag Vormittag brachte ich das unentbehrliche Gerät zu Raiffeisen in Heldrungen Bahnhof, die sich schon am Nachmittag zurückmeldeten: Irreparabler Motorschaden. Heute ließ ich mir das ganze noch einmal erklären, aber etwas Neues kam nicht heraus, der Schlosser versicherte mir, dass der Motor "seine Arbeit getan" habe. Ich erkläre mal lieber nicht, was ein neuer Freischneider mit vergleichbarer Leistung und Flexibilität kostet, sonst denken Sie, liebe Leser, noch, ich bin verrückt geworden.
Wenn Sie oder Du übrigens heute hier gewesen wären und ich nicht solche furchtbaren Kopfschmerzen gehabt hätte, dann ... (ich liebe den Konjunktiv) ... also dann hätten Sie sehen können, wie ich hier ein kleines Freudentänzchen aufgeführt hätte. Es sind nämlich die Feldbetten für die Gruppenzelte gekommen! Obwohl mir trotz vorsichtigster Bewegungen fast der Kopf geplatzt ist (wenigstens hat es sich so angefühlt), habe ich die ersten drei der zwanzig Betten aufgebaut und in das schon stehende Zelt gestellt. Das wird richtig gemütlich da oben! Der Regen prasselte auf das Dach, an den Wänden tropft es herunter, sonst ist alles schön trocken. Allein die Nacht im Zelt dürfte schon ein richtiges Erlebnis sein.

 

18.5.2010

Habe heute im folgenden Beitrag die Identifikation der Schuldigen gelöscht. Trotz aller Werbefeldzüge sind nur drei Anmeldungen für den nächsten Kurs zustande gekommen. Ich werde ihn also absagen. Jedes Publikum bekommt die Vorstellung, die es verdient.

 

16.5.2010

Gestern habe ich mich sehr geärgert! Obwohl es seit Tagen ergiebig geregnet hatte, sind gleich drei Arbeitsgruppen mit schwerstem Gerät in den Wald gefahren. Zwei Männer haben mit dem Traktor Holz geholt. Die zweite Gruppe, auch privat, kam ebenfalls hier hoch, um auf ihrer Kirschplantage zu arbeiten. Sie stellten einen Lkw-Anhänger von der Agrar-GmbH so in der Kurve auf, das der gesamte nachfolgende Verkehr über den Wiesenstreifen fahren musste. Um den Anhänger in diese Position zu bekommen, fuhr der Traktor auf unserem Gästeparkplatz hin und her. Ergebnis: Die Einfahrt, die gerade vor einer Woche von von unserer Gartenbaufirma schön glatt gerüttelt worden war, ist jetzt knöcheltief umgegraben. Da, wo noch zwei Stunden vorher die Autos unserer Gäste auf der Wiese gestanden hatten, ist nur noch Pampe. Nachdem der Anhänger endlich stand, parkten sie noch einen Pkw (Kennzeichen: "KYF [...]") auf unserem Gelände. Und zwar mit durchdrehenden Reifen, so daß die Pampe auf dessen Motorhaube landete.
Die dritte Partei war das Forstunternehmen Z[...] aus Windeberg. Sie stellten gleich noch einen Jeep in die Schlammstrecke, die unser Parkplatz gewesen war. Dann sind sie mit ihren beiden Vierachsigen Forstgeräten (Räder so hoch, wie ein Erwachsener) und einem Lkw zwischen dem Wald und der Landstraße hin und her gefahren. Die riesigen Räder haben schaufelweise Pampe vom Feld auf die Straße getragen, links und rechts des Bitumweges ist alles Grün platt gefahren.
Als ich zurück kam, konnte ich kaum fassen, was diese [...] in wenigen Stunden angerichtet hatten. Wie kann nur ein aufrecht gehendes, vernunftbegabtes Wesen so viel Schaden in so wenig Zeit so grund- und nutzlos anrichten! Obwohl ich mehrere Fahrer fragte, wie das passieren konnte, bezichtigte jede Partei die nächste, alle betonten mit Unschuldsmiene, daß sie doch gar nicht auf unserem Gelände gewesen wären. Vom Wald bis unten zur Landstraße ist ein einziges Schlammfeld, die Bitumstrecke kaum noch erkennbar. Und morgen ist die nächste Anreise! Ich bin sehr wütend! Es gibt genügend Fotos um den angerichteten Sachschaden zu beweisen: Vielleicht klären wir das doch mal auf dem Niveau, das hier vorgegeben wurde.
Und noch was schönes: Eine Stufe aus gestellten Steinen für das obere - und die Treppe für das untere Podest sind fertig. Ich habe außerdem jede Menge Gebüsch weggeschnitten und gleich geschräddert. Heute haben wir ein Zelt aufgestellt. Das Material ist gerade noch akzeptabel, allerdings müssen wir die gesamte Abspannung austauschen: Die Seile sind unbrauchbar, die Heringe zu kurz. Immerhin, es steht!

 

11.5.2010

Bei dem speziell dafür eingerichteten Arbeitseinsatz am Wochenende haben wir mit Freunden des Hauses endlich die Zeltböden eingerichtet. Nun sind sie fertig und das ist für mich eine große Erleichterung. Immerhin liegen jetzt mehrere Tonnen Holz genau an der richtigen Stelle, sind genau so ausgerichtet und miteinander verbunden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Auch wenn es eine traumhaft schöne Arbeit gewesen wäre, hätte ich es ja doch nicht allein geschafft. Als nächstes werde ich die Treppen bauen (durch die starke Hanglage liegt die Eingangseite relativ hoch) und dann endlich mal das erste Mannschaftszelt testweise aufstellen.
Gestern konnte der Dachdecker endlich die Winterschäden am Gästehaus beheben, nun ist das Prallblech hangwärts (von den Fischen aus gut zu sehen) wieder gerichtet, der Dachziegel, den der Sturm herunter geblasen hatte (siehe 25.12.2009), ist erneuert. Und an der großen Kehle zum Haupteingang hin zwischen Widder und Scorpion ist nun ein zweiter Schneefang installiert, in der Hoffnung, das vom gefrorenen Niederschlag im nächsten Winter nicht wieder alles verbogen wird.
Leider konnte der Auftragnehmer für die Gartenarbeit unsere Vereinbarung nicht einhalten und wir mussten darum selbst zum Werkzeug greifen. Nun haben wir auch das Labyrinth zum ersten Mal im Jahr wieder frei geschnitten. Es sind aber immer noch etliche Ecken und Flächen nachzuarbeiten, ein Zustand, der sehr unbefriedigend ist. Ich brauche nicht zu betonen, wie ineffektiv und unwirtschaftlich es ist, solche Arbeiten selbst auszuführen und überlege gerade, ob wir Ersatz organisieren sollten.

 

5.5.2010

In den letzten Tagen sind viele Projekte mit langem Vorlauf fast gleichzeitig angerollt oder sogar fertig geworden. Die obere Einfahrt wurde befestigt. Die Firma hat die gesamte Strecke ungefähr 30 cm tief ausgehoben und dann mit Schotter verfüllt und festgerüttelt. Da der Steinweg zwischen der großen Treppe zum Gästehaus und dem Dienstgebäude relativ stark geneigt war und man ihn beidseitig hätte angleichen müssen, habe ich entschieden, daß die Natursteinplatten nicht wieder eingefügt werden. Nun ist die Begeh- und Befahrbarkeit besser, aber auch die Optik hat sich stark verändert: Es sieht jetzt mehr nach "Straße" aus.
Die Kellersanierung kommt in großen Schritten voran: Der in großen Flecken von selbst abgebröckelte Putz wurde auf dem Niveau unter der Feuchtigkeitssperre vollständig abgeschlagen, neu verfugt und durchsichtig versiegelt, darüber wurde neu verputzt (auch das erste Feld an der Decke). Wenn das alles getrocknet ist, bekommt die gesamte Kellertreppe wieder einen neuen Anstrich. Ich hoffe sehr, daß der ohnehin enge und niedrige Keller dann einen deutlich freundlicheren Eindruck macht.
Auch das kleine Pumpenhaus wird langsam fertig: Gestern hat der Maler die letzten Striche getan. Wir werden noch das Fenster reinigen und es mit einem Insektenschutz versehen. Dann kann die Spezialfirma kommen und die Notwasserversorgung einbauen. Jetzt müssen vor allem noch die beiden Türen gewechselt werden.
Da ich mir des öfteren Vorwürfe mit mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen zu meiner Arbeitskleidung anhören musste, habe ich entschieden, eine kundenkompatible Dienstkleidung anzuschaffen. Mal sehen, wie sie aufgenommen wird. Ich vermute, es wird wie immer sein: Ein Mangel wird sofort verbalisiert (auch wenn es nur ein vermeintlicher ist), das Abstellen des Mangels wird kommentarlos zur Kenntnis genommen. Heute werden wir übrigens wieder mal einen ganzen Lkw Elektroschrott entsorgen, morgen folgt ein Anhänger voll Schrott.

 

14.4.2010

Ich kann Ihnen und Dir, lieber Leser, versichern, dass ich viel öfter bloggen möchte, als es mir gelingt. Die letzten Tage waren turbulent: Das Pumpenhaus wurde vollständig entrümpelt und nun können Elektriker und Maler es für die Aufnahme der Notfall-Trinkwasserversorgung vorbereiten. Auch das Jahresprogramm, schon seit Monaten versprochen, war endlich gedruckt. Ich habe zwei Tage bis spät in die Nacht abgezählt und Briefumschläge zugeklebt. Am Ende waren es mehrere Kisten, die ich zur Post gefahren habe. Eine Besonderheit war diesmal, dass ich nicht wie üblich die Adresse und die Briefmarke zusammen gedruckt habe, sondern die Adressen von Hand schrieb. So konnte die freundliche Leiterin unserer kleinen Poststelle im Nachbardorf jede Menge Briefmarken anlecken und und verkleben. Sie war darüber richtig glücklich. Normalerweise ist das Haus auf dem Berge nämlich kein guter Kunde: An den von uns aufgedruckten Marken kann sie nichts verdienen.

 

1.4.2010

In den letzten vierzehn Tagen war in unserem Landkreis "Brennzeit", also der zweimal jährlich von der Behörde genehmigte Zeitraum, in dem man unter Einhaltung entsprechender Bedingungen ohne weitere Formalitäten trockenen Baum- und Strauchschnitt verbrennen darf. Gestern wollte ich am Nachmittag das letzte Feuer dieser Saison entzünden. Ich darf hier schreiben, dass es mir in aller Regel gelingt, ein Feuer - unter jeder nur denkbaren Bedingung - mit einem einzigen Streichholz und ohne Brandbeschleuniger gleich welcher Art zu entzünden. Ganz ganz selten kommt es einmal vor, dass ich noch einen weiteren Versuch benötige. Vorgestern brannte das Feuer auch nach dem dritten Versuch noch nicht! Es ging einfach wieder aus. Ich habe nicht gerade eine Sinnkriese bekommen, wurde aber doch nachdenklich. Was soll mir das sagen? Wollte es nicht? Durfte ich nicht? Mein Vorhaben war ja nicht die banale Oxidation von Biomasse. Die Wärme, die Flammen, der Rauch - das berührt die Grundlagen der Menschheitsentwicklung, das ist archaisch. Man spielt nicht mit dem Feuer!
Schließlich entschied ich mich zu einem vierten Versuch, hatte aber kein gutes Gefühl dabei. Wenn etwas partout nicht will, soll man es lassen. Ein bißchen Rauch, ein bißchen Glut, mehr nicht. Ich gab auf. Kurz vor Mitternacht kam dann die Auflösung des Rätsels: Ein Sturm, der innerhalb von Minuten die wenige Glut zu heller Flamme anfachte, Windböen, die so stark waren, dass sie glühende Zweige aus der Feuerschale heraus auf die Wiese wehten. Ich musste sofort löschen und rannte nach dem Wasserschlauch. Als endlich wirklich alles triefend nass war, klatschten die ersten schweren Regentropfen auf mich herab. Nach wenigen Sekunden ging ein wahrer Wolkenbruch über mir herunter.
"Jetzt habe ich's kapiert!" rief ich laut, doch der eisige Wind riss mir die Worte vom Mund.

 

18.3.2010

Ich wage es kaum zu sagen, aber wir haben hier oben kein ... hm... also nur noch Regen. Die obere Anfahrt erinnert mit ihrem Schlamm täglich daran, dass wir ein Allradfahrzeug brauchen. Vielleicht fällt ja mal eins vom Himmel. Ob die Wiesen nun bald grün werden? Zumindest ist es bedeutend wärmer geworden und es wird wieder Zeit für die Fliegengitter vor den Fenstern. Seit Wochen frustriert mich, dass ich mit dieser Homepage immer noch nicht weiter gekommen bin. Eigentlich sollte sie längst fertig sein. Aber der Gästebetrieb geht eben immer vor.
Einen Dämpfer für den Spaß beim täglichen "Strecke-Machen" kam gestern durch ein helles Blitzen rechts voraus und das noch direkt am Ortsausgang. Mir war das reichlich peinlich, weil ich mich in aller Regel frei genug fühle, um Vorschriften jeder Art grundsätzlich einzuhalten (zumindest, solange ich selbst kein besseres Motiv habe, oder ich mir die Übertretung nicht leisten kann). Es war auch kein Trost, dass täglich tausende Verkehrsteilnehmer sich in gleicher Situation ebenso ungerecht behandelt fühlen. Am liebsten hätte ich... usw. Aber in Wirklichkeit bin ich dann doch einfach nur nach Hause gesaust und habe, wie jeden Tag, bis spät Abends meine Aufgaben erledigt und bin nach 14 Stunden Dienst am Stück ins Bett gefallen.

 

13.3.2010

Es hat übrigens geklappt, mit dem Schnee - gestern war hier wieder alles weiß. Jetzt ist gerade stürmisches Tauwetter. Aber ich will etwas ganz anderes erzählen. Und zwar die Geschichte von den Gemeindehelfern und dem Heizkessel. (Das klingt doch schon mal gut, oder?).
Vor zwei Jahren, als ich gerade meine Arbeit hier im Haus auf dem Berge begonnen hatte, streikte die Heizung im Gästehaus, und zwar während der Tagung der Gemeindehelfer. Es war irgend etwas mit der Zündung nicht in Ordnung, ich weiß noch, daß ich mit dem Pfarrer vor dem Kessel stehend beriet, ob wir es riskieren würden, das Gerät weiter zu betreiben, oder ob wir es stilllegen sollten. Dann kam der Monteur und brachte alles wieder in Ordnung. Zu dieser Zeit ging ein Gewerk nach dem anderen kaputt, ich vergaß das kurze Intermezzo schnell.
Vor einem Jahr etwa wurde mir gesagt, dass die Heizung nicht funktionieren würde. Und das am Anreisetag. Ärgerlich stieg ich in den Keller und schimpfte: "Auch Du, BUDERUS?". Ich war mir ganz sicher dass der Brenner erst vor kurzem gereinigt worden war. Unten im Keller stehend überlegte ich, woran es liegen könnte und wann die letzte Wartung gewesen war. Und dann erinnerte ich mich. Das letzte Mal hatte ich hier mit dem Pfarrer der Gemeindehelfer gestanden. Und wer würde heute anreisen? Die Gemeindehelfer! "Gut, gut." schmeichelte ich: "Du bist gar nicht kaputt, Du wolltest mir nur zeigen, dass Du an das letzte Jahr gedacht hast." So war es auch. Die Heizung funktionierte nach dem Neustart einwandfrei.
Dieses Jahr habe ich daran gedacht: Die Gemeindehelfer kommen? Da müssen wir gleich mal in den Heizungskeller gucken... Aber dann fiel einen Tag vor der Anreise die Wasseraufbereitung aus, die Spezialfirma musste kommen und die nächsten Tage war ich mit dem Aufholen der liegen gebliebenen Arbeiten beschäftigt. Heute, am Abreisetag war die Heizung kalt. Es war noch sehr früh am Morgen, ich hatte gerade den ersten Kaffee getrunken und um diese Uhrzeit bin ich auch nicht besonders kreativ. Kein Schaden erkennbar, keine rote Lampe leuchtet, keine Fehlermeldung. "Mist..." murmelte ich "... habe Dich ganz vergessen" Ich blätterte im Handbuch, startete neu und gab es auf. "Dann eben nicht - ich kann Dir nicht helfen." Was hatte das Blechteil nur mit den Gemeindehelfern?! Mir fiel nichts ein. Ja - und dann lief die Heizung wieder an.
Einfach so.

 

11.3.2010

Vor einer Woche war hier im Blog die erste Frühlingsnachricht geplant. Der Schnee verschwand mehr und mehr, bis nur noch unansehnliche Reste im Schatten tiefer Gräben und Löcher übrig geblieben waren. Die Winterlinge und die ersten Schneeglöckchen waren zu sehen.
Und dann kam der Schneesturm: Einfach so, bei -10 Grad, ein weißes Übel, in den Wehen wieder um die 30 Zentimeter hoch, das ich einfach nicht mehr wahr haben wollte. Einen Tag später steckte ein Pkw auf unserer Anfahrtstraße fest, nicht einmal der herbei gerufene Jeep mit Allrad konnte helfen. Ein zweites Geländefahrzeug brauchte drei Versuche, bis es in Position kam. Trotzdem blieb das Gefühl: Der Winter ist vorbei. Und am Montag dieser Woche, auf dem Rückweg vom einkaufen, begann der Dienstwagen auf der kurzen steilen Strecke nach der Kurve zu schwimmen, wurde langsamer und langsamer, bis er rückwärts rutschte. Grimmig schaute ich mir im Rückspiegel die wieder näher kommende Kurve an. 'Das ist ja wohl nicht ernst gemeint!' dachte ich. 'Das muss eine Halluzination sein, eine traumatische Projektion oder sowas ähnliches.' Ärgerlich gab ich Gas (was man ja nicht tun soll), und noch mehr Gas und biß die Zähne zusammen. Schließlich Kupplung, Bremse: Keine Reaktion. 'Ich will jetzt sofort hier hoch, ich habe keine Lust mehr auf die Winterspiele!'. Schließlich kam ich mit reichlich Schlagseite zum Stehen. Zerknirscht stellte ich fest, dass die Wehe deutlich nerviger war, als sie sich bei der morgendlichen Routine-Rodellei bergab angefühlt hatte.
Ich habe es natürlich irgendwann nach oben geschafft, und am Mittag kam der Schneeschieber, so, dass die Anreise am Nachmittag vollkommen unauffällig war. Vorgestern bin ich auf der Landstraße noch über blankes Eis gefahren. Gestern ging es wieder.
Zeit für den nächsten Winter.

 

11.2.2010

Donnerwetter, so schnell kann ich gar nicht schreiben, wie der Wind hier den Schnee über die Felder treibt. Am Vormittag haben wir die Fahrt nach Weimar abgebrochen, weil auf dem Ettersberg so viele Lkw quer standen, daß es nur noch bedingt möglich war, weiter zu kommen. Der Rückweg gestaltete sich allerdings schwieriger, als der Hinweg, obwohl es inzwischen hell geworden war: bei Hemleben war etwa 15 bis 20 Zentimeter Schnee auf der Straße, eine ausgesprochen unangenehme Situation.
Unser lieber Gemeindediener hat unermüdlich etwa aller vier Stunden versucht, die Schneewehen auf unserer Zufahrtsstraße abzutragen, sie sind etwa einen Meter hoch. Es dürften etwa 50 Zentimeter pro Stunde gewesen sein, mit der sich der Kamm der Wehe (wie mit einem Lineal gezogen) auf die Straßenmitte zubewegt. Wer dort steckenbleibt, kann nicht mal die Türen öffnen.
Dann, gegen 22 Uhr noch ein großer Einsatz: Der Schneeschieber ist stecken geblieben: Er stand mitten auf der noch ungeräumten Straße, der Motor ging nicht mehr an und das bei heruntergelassenem Schild. Klipp und klar: Wir waren müde und erschöpft, es war sch... kalt, es war verd... dunkel und es war überhaupt nicht mehr lustig.
Zur Zeit haben wir Belegung, wer jetzt (oder morgen) noch hoch oder runter möchte, muß laufen. Vielleicht aber haben wir Glück und die Agrar-GmbH "Zur Schmücke" kommt mit dem Traktor hoch. Wenn sie es schaffen, den Schneeschieber wegzuziehen, dann können sie sicher auch gleich noch ein bißchen räumen... Sonst werden wir unsere Lebensmittel auf die Menge rationieren müssen, die man zu Fuß von Heldrungen bis hier her tragen kann - nein, das war natürlich nur ein Gag - wir haben großartige Vorräte.

 

2.2.2010

Ich liebe dieses Wetter! So einen Winter gibt es doch höchstens aller 20 Jahre. Gestern war ich richtig fleißig im Büro und konnte einiges aufholen. Den heutigen Vormittag habe ich mit einer Krankentransportfahrt verbracht. Bergab ging es noch ganz gut, da die Schneewehen einzeln lagen. Mit etwas Anlauf und guter Ortskenntnis ("Die Straße muß hier ganz in der Nähe sein!") kamen wir gut hinunter. Unten auf der Landstraße war blankes Eis unter dem Pulverschnee, aber wir waren gewarnt, da wir ein Auto im Graben stehen/liegen sahen. Zum Glück war der Fahrerin nichts passiert.
Auf dem Rückweg haben wir uns allerdings die Heldentaten gespart, den Wagen im Tal geparkt, die Passagiere dick angezogen und dann sind wir bei eisigem Wind durch den tiefen Schnee nach oben gestapft. Später kam der Räumdienst und der Fahrer war von den Schneewehen wirklich beeindruckt: Er hatte gestern Nachmittag sogar noch kontrolliert, ob die Straße zur "Villa" frei war (so heißt das Haus auf dem Berge unten im Dorf). Übrigens im Nachbardorf Oberheldrungen wird das Haus "Sperlingslust" genannt.

 

20.1.2010

Spinnen im Schnee! Die Straßen sind inzwischen wieder passierbar. Bei dem heutigen Nebel wäre es allerdings klug gewesen, die Strecke vor der Fahrt kurz zu Fuß abzulaufen: Wer sagt eigentlich, daß das schwarz-graue Bitumband nach den 10 Metern, die man es gerade noch sehen kann, überhaupt weitergeht? Das Tauwetter ließ den Schnee von den Dächern poltern und eins dieser Schneebretter schlug auf unsere Satelitenschüssel. Wir waren darum die letzten beiden Tage nicht mit dem Internet verbunden. So ein Betrieb läßt sich aber ohne EDV praktisch nicht führen - ich bin noch am aufholen. Heute haben wir den vorläufigen Jahresabschluss des Betreibers fertiggestellt. Davon nur so viel: Das Haus auf dem Berge braucht dringend Menschen, die es finanziell unterstützen.
Und... ach ja! Heute habe ich zum zweiten Mal eine Spinne gesehen, die über den Schnee krabbelte. Gibt es das öfter? Ist das normal? Machen die nicht Winterschlaf? Oder ist es nur eine einzige kleine abnorme Kreatur, die ich zufälligerweise zweimal gesehen habe? Zumindest schienen beide Spinnen sich ziemlich ähnlich in Größe und Gangart zu sein. Vielleicht war's ja sogar die sogenannte "Blogspinne" (lat.: Spinnus blogus vulgaris), einzig zu dem Zweck unterwegs, mir hier einen skurrilen Aufhänger zu liefern?

 

9.1.2010

Und Schluss. Habe am Vormittag die Kontoauszüge und Belege für den Jahresabschluss fertig gemacht. Dann hatte sich der Wind etwas gelegt und ich begann, die Ausfahrt zu räumen. Mit klassischen Schneeschieben hatte das wenig zu tun, ich habe Stück für Stück geschaufelt. In der Nacht hatte der Gemeindediener mehrfach unter größten Anstrengungen die Straße frei geschoben, inzwischen ist der Schneeberg längs der Strecke auf der Feldseite gut mannshoch. Am Nachmittag unten am Briefkasten dann die große Enttäuschung: Das hätten wir uns alles sparen können. Von der Landstraße ist nichts mehr zu sehen, nur noch ihre Begrenzungspfeiler ragen aus dem Schneegestöber. Der Straßengraben ist beidseits verschwunden, der Pulverschnee liegt auf der Fahrbahn etwa 20 Zentimeter hoch, an einigen Stellen auch höher. Traktoren und Geländefahrzeuge wühlen sich recht erfolgreich durch, mit unserem Stadtfahrzeug ist jeder Versuch witzlos. Wenn wir jetzt Gästebetrieb hätten, könnten wir ihn nicht mal einstellen, weil keiner abreisen kann.

 

8.1.2010

Das Telefon funktioniert (gerade wieder) - sorry für die späte Entwarnung. Aus Respekt vor dem Inhalt der Langzeitwetterprognose haben wir noch schnell einen Hamsterkauf gemacht und uns mit den lebenswichtigen Essentials (Ketchup, Mottenkugeln, Bleistifte, etc.) eingedeckt. Da ich die Postfrau in Heldrungen vor dem Getränkeladen traf, haben wir gleich alle Sendungen mit Adressen wie "Haus auf", "Schulungs-" und "...Knabe" umgeladen und für die nächsten Tage ausgemacht, daß sie uns nur belierfert, wenn sie es sich (und dem Wagen) wirklich sicher zutraut. Wir können die Pakete ja auch in Oberheldrungen abholen, bzw. dort zwischenlagern lassen. Wegen der möglicherweise witterungsbedingt schlechten Straßenlage haben wir die Kurztagung nächste Woche auf März verschoben. Sonst läuft der übliche Betrieb: Der Schnee ist hoch genug, daß man den langen Treppenweg vom Dienstgebäude bis zum Gästehaus mit dem Schlitten befahren kann, ich sitze am Schreibtisch und schreibe Listen mit den Arbeiten, die unbedingt noch diese Woche fertig werden sollten und draußen raschelt ein eiskalter Wind seltsam laut in den dick mit Schnee behangenen Bäumen.

 

4.1.2010

Und wieder ein kleiner Beitrag in unserer beliebten Dauerserie "Pannen, Katastrophen und Desaster im Haus auf dem Berge" - Heute zum Thema Fernsprecher: Leider hat der Apparat im Dienstzimmer die akute Telefonitis nicht überstanden, die heute epidemisch wurde. Nachdem ich nebenbei jede Menge geordnet und viel sortiert hatte und beim Wechsel einer Glühbirne feststellen mußte, daß die Fassung irreperabel zerbröselt war (und natürlich keine passenden Ersatzteile vorlagen), blieb das wichtige Kommunikationsgerät am späten Nachmittag mitten im Gespräch einfach stumm. Diesmal läuft der Anrufbeantworter aber noch.
Ich überlege momentan, ob wir das Arbeitswochenende ausfallen lassen müssen, da sein wichtigster Organisator absagen mußte. Vielleicht hätte ich heute doch einen freien Tag machen sollen.

 

2.1.2010

Das Neue Jahr hat begonnen - wir wünschen dem Haus gute Belegung und ein geschicktes Händchen für seine Gäste! Der Silvestertag hatte mit solchem Glatteis begonnen, dass am Morgen ein Auto gleich nach der Kurve hängen geblieben war. Der Fahrer war so vernünftig, es dort zunächst einmal stehen zu lassen. Wir haben uns dann mit dem Handwagen aufgemacht und die ganze Straße gestreut, bis wir das Fahrzeug nach oben bringen konnten. Beim Einkaufen habe ich auf der kurzen Strecke von hier nach Heldrungen vier Blechschäden gezählt. Am Nachmittag ging der Regen in Schnee über, es schneite fast die ganze Nacht. Der letzte Gast ist wegen seiner ausgezeichneten Schneeketten gegen 19 Uhr ohne Probleme angereist.
Auch am Neujahrstag schneite es weiter. Der Autoverkehr ist mühsam - wir kommen ganz gut den Berg herunter und hinauf, aber unten auf der Landstraße wird nur sporadisch geräumt. Wir haben das Neue Jahr gebührend begrüßt und hoffen natürlich alle sehr, daß unsere viele Arbeit im letzten Jahr sich auch lohnen wird. Morgen reisen die letzten Gäste ab und wir werden übermorgen endlich mal einen freien Tag haben - und darauf freuen wir uns (bei aller Liebe zu unseren Gästen) wirklich sehr!

 

25.12.2009

Weihnachten im Haus auf dem Berge ist ein ganz besonderes Fest! Die Gäste hatten sich den Weihnachtsbaum selbst nach allen Regeln der Kunst geschmückt - er hatte sogar ein brandschutztechnisch bedenkliches Detail über das ich hier gar nicht zu sprechen wage. Der Schnee hat die ganze Landschaft bedeckt, darüber eine milchig-trübe Sonne, fast den ganzen Tag Nebel. Dem Streudienst war es sogar gelungen, die Straße trotz des Regens auf den gefrorenen Boden befahrbar zu halten.
Seit heute früh ist Tauwetter mit starken Windböen. Am Vormittag löste sich vom Dachfirst des Gästehauses ein Dachziegel und rutschte hinab. Trotz der Schnelligkeit, mit der er seinen ihm angehörigen Platz verlassen hatte, war er nicht unbeobachtet geblieben: Wir erhielten in der Küche den Anruf, daß wir das Haus bis auf Weiteres nicht durch unsere Hintertür verlassen dürften. Nachdem ich mich umgezogen, und die ganz große Leiter angelegt hatte, bestätigte sich die Sorge: Der rote, flache Stein aus gebranntem Ton lag so ziemlich halb und halb auf der Dachrinne - genau über dem Küchenausgang. Ein leichtes Antippen, und er zerschellte auf dem Weg unter mir. Jetzt können wir den Schaden nicht beheben - bei diesem Sturm wäre es klarer Leichtsinn, auf dem Dach herumzuklettern. Wir warten also ab und hoffen, daß es nicht all zu stark regnen wird.

 

19.12.2009

Unverändert -20 Grad. Seit heute morgen um 8.10 Uhr ist die Telefonleitung gestört. Die Verbindung brach mitten im Gespräch zusammen. Der Anrufbeantworter der Firma mit dem hässlichen Pinkfarbton übernimmt die Anrufe nicht, es ertönt lediglich die Meldung, daß wir momentan nicht erreichbar seien, wenn man uns anruft. Zur Zeit können wir nur E-Mail empfangen (gut, daß wir genau aus diesem Grunde für die Internetverbindung ein Backup über Satelit eingerichtet haben).
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Der Telekom ist es am späten Nachmittag gelungen, den Schaden zu beheben. Taktvoll und vorsichtig haben die Techniker in der Vermittlungsstelle die Leitungen aufgetaut, aber trotz aller Rafinesse hatten sich die ganzen eingefrorenen Gespräche zu einem einzigen babylonischen Wort-Salat zusammengeschmolzen, der noch vor Ort entnommen und verworfen werden mußte. Falls also heut jemand etwas über Telefon oder Fax mitteilen wollte, möge er es bitte noch einmal wiederholen. Und eine gute Nachricht gibt es auch: Die Straße wurde geräumt. Wer jetzt im zweiten Gang vorsichtig hochfährt und vor allem nicht anhält, der schafft es auch. Tip für Edeka-Parkplatz-Raser: Außerhalb öffentlicher Straßen gilt: Wer bergab kommt, hat Vorfahrt!

 

18.12.2009

Schneesturm in der Kaffeetasse - mal was Neues! Ich hätte es niemandem geglaubt, aber es funktioniert tatsächlich: Der Wind pfeift auch in einer Tasse. Es war heute morgen - ich konnte es deutlich hören. Es ist übrigens gerade etwas wärmer geworden: -9 Grad, gestern waren es noch -12 Grad. Gästen, die in den nächsten Tagen mit ihrem Auto anreisen möchten, rate ich dringend: Versuchen Sie keine Heldentaten! S+M-Reifen sollten selbstverständlich sein, halten Sie die Schneeketten (Arbeitshandschuhe, Taschenlampe) griffbereit. Legen Sie warme Stiefel, Jacke und Handschuhe obenauf, falls Sie laufen müssen. Wenn Ihre Handy-Batterie schwächelt, schalten Sie das Gerät während der Fahrt aus: Den Strom könnten sie hier noch brauchen, wenn Sie Hilfe rufen müssen. Kommen Sie nicht mit vollkommen leerem Tank an.

 

12.12.2009

Seit heute Nachmittag fällt Schnee. Mit einem Ruck sind die Sorgen wieder da: Bleibt die Straße passierbar? Und wie lange? Unser Gelände ist seit Tagen kaum noch befahrbar, der Boden ist durchgeweicht, der Wagen bis zum Dach schlammbeschmiert. Das könnte besser werden, wenn es friert. Doch dann ist hier oben die kurze gerade Strecke, üblicherweise schon bei leichtem Wind mit hohem Pulverschnee zugeweht, weiter abwärts das ebenso kurze, aber steile Stück mit der Kurve. Der Rest ist Schlaglochpiste: Wer genügend Zeit hat, um langsam zu fahren, und schön auf dem Weg bleibt, aber nie anhält, kommt auch durch. Unser armer Dacia ist halt für sowas nicht gebaut. Ich erinnere mich noch gut an den letzten Winter, als wir hier oben gegen Abend ein verletztes Kind hatten, und ich im Dunklen bei eisiger Kälte halb unter dem Auto gelegen habe, um Schneeketten aufzuziehen. Der Dreck aus dem Radkasten tropfte mir ins Gesicht, die Finger wurden klamm und doch war mir klar, dass es unsere einzige Chance war, das Kind ins Krankenhaus zu transportieren, wenn wir die Blutung nicht in den Griff bekommen würden.
Im Sommer vergisst man es dann leicht (und gern): Das letzte Stück zum Haus auf dem Berge hat es in sich! Vor wenigen Tagen hatte sich in Gast mit dem Wagen im dunklen verirrt und war auf einem Feldweg direkt unten vor dem Haus stecken geblieben. Obwohl ich zunächst meine Hilfe zugesichert hatte, musste ich dann doch passen: Viel zu hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch unseren Pkw festsetzen würde - und den brauchten wir ja dringend. Der ADAC war übrigens nicht bereit, die Kosten für eine Bergung zu übernehmen: Weil ein Feldweg keine öffentliche Straße ist. Zum Glück haben wir dann noch unseren lieben Schäfer getroffen, der uns sofort mit seinem Geländewagen geholfen und den Wagen des Gastes aus dem Schlamm gezogen hat.
Darf man eigentlich im Blog jammern? Ja, darf man! Heute ist mir nach Jammern. Ich freue mich momentan keinesfalls auf die kommenden Zitterpartien mit dem Wagen.

 

9.12.2009

Die Homepage ist endlich online! Es fehlen noch einige Kapitel und es ist unhöflich, so eine halbfertige Seite einzustellen, aber der aktuelle Veranstaltungsplan ist für unsere Gäste so wichtig, daß wir nicht weiter darauf warten wollten. Ich will sehen, daß ich die wesentlichen Teile so schnell, wie möglich nachliefere. Bis Ende des Jahres soll alles weitgehend fertig sein.

 

 

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