Chronik

Schon bei kurzer Überlegung ist klar, dass schon der Versuch einer halbwegs vollständigen oder wenigstens annähernd richtigen Geschichtsschreibung bei einem Haus mit derartig vielen Facetten scheitern muss. Wie viele Verantwortliche hat das Haus erlebt! Welche ungezählten Veranstaltungen wurden unter ihrer Führung verwirklicht! Und das Wichtigste: Was haben die vielen Menschen dabei erlebt! Wenn eine Chronik hier trotzdem in Angriff genommen wird, dann mit dem Ziel, wenigstens die Berichte, Texte und Bilder zugänglich zu machen, die bereits aufgearbeitet worden sind.

Geschichte des Hauses

Ursprünglich 1902 von der Kalischacht AG Kassel als Steigerhaus gebaut, wurde das Haus auf dem Berge 1927 nach der Schließung der Schächte vom evangelischen Jungmädchenbund übernommen. Damals sollten in ihm junge Mädchen 'in Urlaubstagen und nach Krankheitstagen Kraft und Stille und Freude sammeln dürfen für Leib und Seele'. In den Wintermonaten wurden acht- bis zwölfwöchige Haushaltskurse veranstaltet. Zentralheizung, elektrisches Licht und Badezimmer wurden als besonderer Komfort erwähnt.

In der Mitteilung über den Kauf des Hauses schrieb das Sonntagsblatt im Jahre 1927, daß 'alles das, was außer Möbeln zur Einrichtung des Hauses gehört, fast ohne Ausnahme gestiftet worden ist durch die Fabriken und Geschäfte und aus den Hamsterkästen unserer jungen Mädchen.' Die Anreise erfolgte vom Bahnhof Heldrungen noch mit dem 'Pferdeomnibus Becker'. Der Preis für den Aufenthalt betrug 1930 täglich 2,75 RM, im Ein- oder Zweibettzimmer 3,25 RM. Das Sonntagsblatt schrieb 1927 weiterhin: '"Haus auf dem Berge" soll das Heim heißen. Gott gebe, daß es weit ins Thüringer Land hineinleuchtet und vielen jungen Menschenkindern Höhentage schenkt.'
Ehemalige Gäste berichten übereinstimmend, dass die Hausmutter Frau Stein hieß.

Die Christengemeinschaft konnte 1970 das Haus erwerben und nutzte es weiter als Freizeit- und Erholungsheim. In den 'Mitteilungen der Christengemeinschaft' wurde Johanni 1972 erklärt: 'Für den Kauf sprach nicht nur die friedliche Lage in einem fast unglaubhaft stillen Winkel. Die Christengemeinschaft in der DDR hat ja keine eigenen Häuser und kann keine öffentlichen Räume für Tagungen und Freizeiten mieten. So eröffnet uns ein eigenes Anwesen manche neue Möglichkeit. In dem einen Jahr, in dem wir das Haus nun nutzen - wieviel konnte dort schon getan werden! Ferienwochen für kranke und gesunde Kinder, Rüstzeiten für Erwachsene und Jugendliche, eine Freizeit für Mütter mit kleinen Kindern, Wochenenden zu den Jahresfesten, Evangelienkurse haben stattgefunden und sollen immer mehr durchgestaltet werden. Aber auch Feriengäste nimmt das Haus auf. Für viele Menschen ist in so kurzer Zeit das "Haus auf dem Berge" ein Ort körperlicher und seelischer Erfrischung geworden.'

Der Hauschronist schreibt dazu: 'Eigentlich beginnt für die Christengemeinschaft die Geschichte des Hauses bereits im Mai 1970, als es Herrn Dieter Buchholz, der Pfarrer in Magdeburg war, im Gespräch mit einem evangelischen Kollegen zum Erwerb angeboten wurde. Schon im September des gleichen Jahres brachen Michael und Heidi Pechmann ihre Zelte in Berlin ab und schufen als erste Hauseltern die Grundlagen für ein "Haus der Christengemeinschaft". So konnte von Pfarrer Ernst Weidauer die erste Menschenweihehandlung am 17. Dezember 1970 gehalten werden in dem Raum, der heute Sakristei ist. Bald danach entstand der erste kleine Weiheraum. Die ersten größeren baulichen Veränderungen, die sich bis heute bewährt haben, waren die Einrichtung der beiden Küchen mit ihren Durchreichen und die Waschräume im oberen Flur.

Unter noch recht schwierigen Bedingungen fand im Februar 1971 als erste Veranstaltung - wie konnte es anders sein - eine Jugendfreizeit statt. Herr Koehler aus Jena wurde zum Bahnbrecher einer großen Anzahl ähnlicher Jugendbegegnungen. Neben den oben bereits genannten Veranstaltungen war die Arbeit mit den Kindern ein besonderes Anliegen. In den Winterferien trafen sich die Kinder aller Jahrgänge und Gemeinden der DDR im Haus auf dem Berge [...].

Ende 1973 fanden Pechmanns andere Lebensaufgaben und nach einer Übergangszeit, in der Herr Henning Weber das Haus versorgte, begann am 1. April 1974 Peter Diebes seine Tätigkeit als Heimleiter. Die Familie kam mit 2 Kindern im Sommer dazu und bewohnte 2,5 Zimmer in der unteren Etage. Es begannen arbeitsreiche Jahre, da dem Haus und Gelände an vielen Stellen eine angemessene Form gegeben werden sollte und die Beschaffung von Werkzeug, Elektromaterial, Ziegeln, Wasserrohren, Bauholz etc. in der DDR ein Kunststück war. Wie viele Anläufe mußte man nehmen, um einen Sack Zement zu ergattern!

Aber es gab einen Freundeskreis und immer wieder junge Helfer, die für einige Zeit mitarbeiteten, so daß auch größere Vorhaben aus eigener Kraft geschafft werden konnten. Nach dem Umzug der Familie Diebes mit nun 4 Kindern in das neue Wohnhaus begann 1980 die Vergrößerung des Weiheraumes und der Sakristei. [...]'

Nach dem Zusammenbruch der DDR wurde die Struktur des Hauses in eine neue Form gegossen. Die Freunde des Haueses organisierten sich 1991 in dem gemeinnützigen Verein "Schulungs- und Freizeitheim der Christengemeinschaft 'Haus auf dem Berge' e.V." und bildeten damit die grundlegende Rechtsform zum weiteren Betrieb des Gästehauses. Der Vorstand stellte das Ehepaar Diebes als Heimleiter ein und diese führten das Haus im Namen der Christengemeinschaft weiter.

Als die langjährigen Hauseltern im Oktober 2007 altersbedingt ausscheiden mussten, waren die Erneuerungskräfte des Vereines verbraucht. Es gelang trotz intensivster Bemühungen nicht, die Infrastruktur des gesamten Geländes und die traditionellen Veranstaltungen des Jahresprogrammes in die Zeit des neuen Heimleiters Tobias Knabe zu übernehmen. Nach etwa einem Jahr waren die finanziellen Ressourcen des Vereines erschöpft und er stellte seine Geschäftstätigkeit ein.

Vom 1. September 2009 an wurde das Haus auf dem Berge von zwei Rechtsformen vertreten. Der Betrieb des Hauses, die rechtliche und die finanzielle Verantwortung für alles das, was auf diesem Grundstück geschieht, wurde von der "'Haus auf dem Berge' gemeinnützigen GmbH" getragen. Um einzelnen Teilnehmern und auch ganzen Gruppen den Besuch zu ermöglichen,gab es den "Förderverein 'Haus auf dem Berge' e.V.". Der Verein war auch für den Großteil der Öffentlichkeitsarbeit bei den Freunden des Hauses verantwortlich. Er war durch Satzungs- und Namensänderung aus dem alten Betreiberverein "Schulungs- und Freizeitheim der Christengemeinschaft 'Haus auf dem Berge' e.V." hervor gegangen, als gemeinnützig anerkannt und hatte etwa 25 Mitglieder. Der Förderverein organisierte jedes Jahr Ende Januar das Arbeitswochenende. In diesen Tagen treffen sich die Mitglieder des Vereines und weitere Freunde des Hauses. Wie der Name schon sagt, wurde hauptsächlich am und im Haus gearbeitet. Das konnte das traditionelle Hecken- und Baumschneiden sein, aber auch spezielle Projekte wie Aushubarbeiten, Bauarbeiten, Spezialaufgaben der Reinigung, Arbeiten zur Instandhaltung und vor allem auch die Renovierung von Zimmern. Traditionell war auch am Sonnabend Nachmittag des Wochenendes die reguläre Mitgliederversammlung mit dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes und seiner Entlastung. Abends wurde oft noch inhaltlich gearbeitet - aber auch für Spaß und Erinnerungen an Früher fand sich Zeit. Eine weitere Aufgabe war der Versand des Rundbriefes. Jährlich zweimal gab der Vorstand allen Freunden des Hauses (und das sind über tausend!) einen kleinen Bericht, was hier auf dem Berge geschah. Wegen der Überlastung der Vorstandsmitglieder mit den administrativen Tätigkeiten wurde der Verein Mitte 2016 aufgelöst.

 

Bauchronik

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Chronik der Veranstaltungen

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Historische Postkarte

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Haus auf dem Berge um 1927 zur Zeit des evangelischen Jungmädchenbundes